Rothaarsteig wird Industriegebiet

Es ist schon erstaunlich, was uns alles mit der unbedingten Absolution der „Klimarettung“ und der gleichzeitigen Betätigung des „Panikknopfes“ („Es ist 5 vor oder besser: nach 12 für das Klima – wir müssen etwas tun l“ ) als umwelt- und Artenschutz verkauft wird.

Der lokale Investor, der schon 5 Windräder am Rothaarsteig sein Eigen nennt, hat nun mit der tatkräftigen Unterstützung der Grünen/Bündnis 90 die Anträge für den Bau von weiteren zusätzlichen 17 Windkraftanlagen bei den zuständigen Gemeinden eingereicht. Weitere Investoren werden folgen. Schon bald Werden über m hohe Industrieanlagen (130 m Nabenhöhe) über lange Strecken unmittelbar am Rothaarsteig stehen und weithin sichtbar sein.

Dafür werden zunächst ca. 90.000 qm Wald mitten im Naturpark Rothaar-Gebirge gerodet bzw. können nicht mehr aufgeforstet werden. Wertvoller Wald, der große Mengen des Treibhausgases C02 speichert und den Wasserhaushalt im Wassereinzugsgebiet Heinsberg nachhaltig reguliert, werden hierfür unwiederbringlich zerstört, um dann mit riesigen Mengen Beton und Stahl den Boden endgültig zu versiegeln und weiter auszutrocknen. Diese Industrieanlagen stehen nicht weit entfernt von verschiedenen Quellgebieten und wenige hundert Meter von dem bekannten „Fledermaustunnel“ in Heinsberg — einem unbedingt schützenswerten Lebensraum dieser empfindlichen Tiere, die u.a. infolge des von den Windkraftanlagen (WKA) erzeugten Unterdrucks an geplatzten Lungenbläschen sterben können. Für den Klimaschutz werden auch Milliarden von Insekten geopfert (s. aktuelle Studie des DLR). Die Bedrohung von schützenswerten Tierarten wie dem Schwarzstorch und dem Rotmilan wird ebenso billigend in Kauf genommen.

Doch damit nicht genug: Diese 17 WKA beherbergen zudem große Mengen an unterschiedlichen technischen Ölen wie auch Kühlflüssigkeiten, die, sollten sie jemals ins Erdreich gelangen oder sich sogar im Brandfall entzünden, größere Umweltkatastrophen insbesondere im lokalen Raum verursachen werden. Der Windkrafthersteller VESTAS hat dieses Problem erkannt und gerade für diese Risiken einen 3-stelligen Millionenbetrag in seiner Bilanz vorgesehen. Der TÜV geht jährlich von 40-50 gravierenden Zwischenfällen nur in Deutschland aus und fordert vehement zeitgemäße Sicherheitsüberprüfungen, was die Windkraftbetreiber natürlich ablehnen.

Vollends paradox wird es dann, wenn man zwei namhaften aktuellen Studien („Climatic Impacts of Windpower“ Harvard University, USA und Universität Wageningen, NL) glauben darf. Danach trocknen die WKA durch ihren Betrieb nicht nur über weite Distanzen durch ihre Verwirbelungen den ohnehin trockenen Boden weiter aus, sie verändern auch das lokale Mikroklima und tragen damit zur Klimaerwärmung bei!

Aktuell scheint die sachliche Diskussion über das Thema Windkraft sowie die Einwände besorgter Bürger, die von der lokalen Parteispitze der Grünen als „Fake-news“ oder „Schwachsinn“ öffentlich abgetan werden, das intellektuelle Niveau eines Borkenkäfers erreicht zu haben – um im aktuellen Bild zu bleiben. Bemerkenswert ist, dass dies öffentliche Kommentare eines Politikers sind, der sich für das ehrwürdige Amt des Landrats bewirbt. Wenn dass das künftige Niveau der politischen Auseinandersetzung ist, das die Grüne Partei künftig pflegen will, wird mir Angst und Bange. Wenn mir dann noch unter Überschrift „Klimarettung“ eine beispiellose Zerstörung von Natur und Umwelt als „Umwelt erhalten“ (Aufschrift eines lokalen Wahlplakats der Grünen) verkauft wird, dann fühle ich mich als mündiger Bürger vollends für dumm verkauft. Getreu dem Motto: Esst Kuhfladen – von Fliegen können nicht irren! Wie war doch gleich der Markenkern der Grünen/Bündnis – den Helden meiner Jugend: „Erst stirbt der Wald und dann der Mensch!“ Und nun?

Frank Dubberke

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